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Employer Branding & Demografie

Die Statistiken sind eindeutig: Die Deutschen werden immer älter und weniger. Der "war for talents" ist kein Zukunftsszenario mehr, sondern längst Realität. Heute sind es die Unternehmen, die sich um qualifizierte Mitarbeiter bewerben müssen. Die Spielregeln sind die gleichen: Wer attraktiv ist und weiß, wo und wie miteinander gesprochen wird, findet die passenden Kandidaten.

Den demografischen Wandel aktiv nutzen

Hervorgerufen durch den demografischen Wandel, verstärkt durch die Digitalisierung und erschwert durch die neuen Forderungen der Generation Y – der Kampf um die Talente nimmt zu. Die alternde Gesellschaft führt dazu, dass Unternehmen immer größere Schwierigkeiten haben, geeignete Fach- und Führungskräfte zu gewinnen. Gleichzeitig breitet sich die digitale Kommunikation immer weiter aus – sowohl in der Freizeit als auch im Beruf, und es entstehen kontinuierlich neue Jobprofile, die nach Mitarbeitern mit speziellen Qualifikationen verlangen. Darüber hinaus haben Unternehmen es auf einmal mit den jungen Talenten der Generation Y zu tun, die völlig andere Werte und Forderungen haben als bisher.

Diese Entwicklungen stellen gleichzeitig Herausforderung und Chance dar. Die meisten Unternehmen haben in der Theorie die Bedeutung von Employer Branding in diesem Kampf bereits erkannt, sind bei der praktischen Umsetzung jedoch häufig noch vorsichtig.

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Die Generation Y

Die jungen Talente der Generation Y unterscheiden sich in ihrer Auffassung über Beruf und Privatleben erheblich von früheren Generationen. Teamwork, Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und eine kooperative Unternehmenskultur lauten die neuen Forderungen. Die Generation Y ist mit dem Selbstverständnis der Gleichberechtigung aufgewachsen und möchte mehr und mehr individuelle Bedürfnisse stillen. Diesen Wertewandel stützt auch die aktuelle Absolventenstudie 2013/2014. Für drei Viertel der Befragten gehören Familie und Freunde zu den wichtigsten Werten und Zielen im Leben. Darauf folgen mit 60 Prozent Erfolg und Karriere und mit 46 Prozent Gesundheit. Die Generation Y setzt vor allem auf Perspektive: Deshalb sind für 74 Prozent der Berufseinsteiger Entwicklungsmöglichkeiten ein wichtiges Entscheidungskriterium für einen Arbeitgeber. Weitere Auswahlfaktoren sind für mehr als die Hälfte der Befragten Work-Life-Balance und gute Karrierechancen. Auch ihre Vorstellung, was eine gute Führungskraft ausmacht, unterscheidet sich vom klassischen Verständnis. Für elf Prozent der Absolventen ist Überheblichkeit ein No-Go bei einer Führungskraft. Eine Führungskraft sollte vielmehr durch ihre fachliche Qualifikation als auch durch ihre Persönlichkeit überzeugen.

Jobsuche heute

Laut BITKOM waren im Jahr 2013 drei Viertel der Deutschen im Netz unterwegs, Tendenz steigend. Das Internet nimmt sowohl privat als auch beruflich eine immer wichtigere Rolle ein. Von der Informationssuche über die Kommunikation bis hin zu Shopping – die Nutzungsmöglichkeiten sind unendlich. Das hat sich natürlich auch auf die Jobsuche ausgewirkt. Wer eine Beschäftigung sucht, informiert sich erst einmal auf der Unternehmenswebseite über seinen zukünftigen Arbeitgeber. Für 92 Prozent der Befragten der Kienbaum-Absolventenstudie ist sie deshalb die erste Anlaufstelle. Um sich zu informieren, nutzt knapp mehr als die Hälfte der Befragten verschiedene Jobbörsen oder spricht gezielt Mitarbeiter des gewünschten Unternehmens an.

Im Zuge der rasanten Entwicklung des Internets darf natürlich ein Thema nicht fehlen – Social Media. Rund ein Drittel der Absolventen hat sich bereits bei Business Networks wie Xing oder LinkedIn über Stellenangebote und potenzielle Arbeitgeber informiert. Im Gegensatz dazu soll privat bei den Absolventen auch privat bleiben. Lediglich sieben Prozent von ihnen nutzen private Netzwerke wie Facebook oder Twitter, um über ihren Wunscharbeitgeber und mögliche Berufswege zu recherchieren.

Mobile Recruiting

Ob in der Bahn, im Café oder in der Uni – die Generation Y surft überall im Internet. Mit Mobile Marketing steigern deshalb auch Unternehmen ihre Erreichbarkeit. Apps und mobile Webseiten führen mit ein paar Fingerbewegungen über den Touchscreen zu Stellenbörsen und Unternehmensprofilen – genau die Inhalte, die auf Unternehmenswebseiten am häufigsten besucht werden.

Laut der aktuellen High-Potential-Studie von Kienbaum nutzen immerhin 22 Prozent der deutschen Unternehmen Mobile-Marketing-Maßnahmen, um Talente anzusprechen und zu gewinnen. Dabei verspricht das Thema Mobile Recruiting noch großes Entwicklungspotenzial. Denn laut der Studie Bewerbungspraxis 2013 der Uni Bamberg nutzen knapp 28 Prozent der Jobsuchenden ihr Smartphone, um nach einem Job zu suchen. Ein Viertel der Karriereinteressierten sucht mithilfe einer speziellen App eines Online-Karriereportals nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Für die tatsächliche Bewerbung kommt das mobile Endgerät aber lediglich für sechs Prozent der Zielgruppe infrage. Indem die Generation Y ihr Smartphone immer dabei hat, profitieren Unternehmen von einer schnelleren Reaktion auf Stellenangebote.