Kienbaum-Studie: Six Sigma im Immobiliensektor kaum genutzt
Six Sigma: Der unbekannte Problemlöser
Gummersbach, 26. Februar 2009 Prozessoptimierung und Kostensenkung stehen derzeit auf der Agenda der Immobilienmanager ganz oben. Rund ein Drittel der Unternehmen setzt Optimierungsmethoden wie Lean Management und DIN EN 9000 ein, weitere gut 30 Prozent planen die Einführung einer solchen Methode. Nur fünf Prozent der Unternehmen arbeiten jedoch bisher mit dem Optimierungskonzept Six Sigma, zwei Drittel der Befragten gaben an, die Methode noch nicht geprüft zu haben. Zu diesen Ergebnissen kommt die Studie „Real Estate Six Sigma“ der Managementberatung Kienbaum. Im Rahmen der Studie wurden mehr als 500 Unternehmen befragt, die ein Immobilienportfolio entweder als Eigentümer oder als Dienstleister managen. „Die deutschen Immobilienmanager wollen sich verbessern und haben dabei genau jene Ansatzpunkte im Blick, für die Six Sigma prädestiniert wäre. Wegen des noch geringen Bekanntheitsgrades setzen sie die Methode aber noch kaum ein“, sagt Wulf Reclam, Leiter des Bereichs Real Estate bei Kienbaum.
Erhebliche Potenziale
Dennoch erwarten die Befragten eine wachsende Bedeutung der Methode. Insbesondere bei Prozessen mit hoher Frequenz wie Vermietung, Nebenkostenabrechnung, Kundenbetreuung und Instandhaltung sehen die Unternehmen des Immobiliensektors Einsatzmöglichkeiten für Six Sigma. Besonders aufgeschlossen zeigen sich erfahrene Optimierer: Unternehmen, die bereits Erfahrungen mit einer Optimierungsmethode oder mit Six Sigma gemacht haben, schätzen die Potenziale von Six Sigma um durchschnittlich zehn bis 14 Prozent höher ein als die übrigen Befragten.
Six Sigma hilft Kosten zu senken
Für den Einsatz von Six Sigma spricht, dass Unternehmen mit der Methode ihre Kosten erheblich reduzieren können. Dies zeigen zum einen die Erfahrungen anderer Branchen, in denen Six Sigma schon lange etabliert ist, aber auch Zahlen aus den Vereinigten Staaten, die den Nachweis der Wirksamkeit der Methode auch im Immobiliensektor liefern. Danach kamen beispielsweise Unternehmen im betrieblichen Immobilienmanagement (Corporate Real Estate Management) dank des Einsatzes von Six Sigma auf Kostenreduzierungen in Höhe von 4,5 bis 9 Millionen US Dollar. „Es ist der spezifische Ansatz von Six Sigma, Kostensenkungen mittels einer an den Kundenanforderungen orientierten Steigerung der Prozessqualität zu erreichen“, sagt Michael Müller, Projektleiter der Studie bei Kienbaum.
Unterschiede je nach Sektor
Die Studie schlüsselt Bedeutung und Potenziale von Six Sigma für die verschiedenen Unternehmen der Immobilienbranche detailliert auf. Dabei zeigt sich zunächst, dass der öffentliche dem privaten Sektor sowohl bei der Nutzung von Optimierungsmethoden generell als auch beim Einsatz von Six Sigma erheblich hinterher hinkt. Als besonders fortschrittlich zeigten sich die Offenen Immobilienfonds. Hier setzen mehr als 70 Prozent der Anbieter bereits Managementkonzepte ein oder stehen kurz davor. Mehr als 40 Prozent dieser Unternehmen ist Six Sigma bekannt und zudem die am häufigsten eingesetzte Methode.
Zu Six Sigma
Six Sigma wurde Mitte der 1980er Jahre entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Optimierungsmethode, die mathematisch/statistische Verfahren nutzt, um eine signifikante Verringerung von Fehlern beziehungsweise Performance-Schwankungen in Unternehmensprozessen zu erreichen. Im Kern ist Six Sigma darauf ausgerichtet, Abweichungen und Durchlaufzeiten bei Produkten, Prozessen und Transaktionen zu reduzieren, die besonders kritisch für die Kundenzufriedenheit sind. „Sigma“ ist ein Begriff aus der Statistik und bezeichnet die Standardabweichung. Bei einem Leistungsniveau von sechs Sigma entstehen lediglich 3,4 Fehler auf eine Million Vorgänge.
Für inhaltliche Rückfragen zur Studie stehen Ihnen Wulf Reclam (+49 40 32 57 79-51, wulf.reclam@kienbaum.de) und Michael Müller (+49 173 2095 130, michael.mueller@kienbaum.de) gerne zur Verfügung.
Kienbaum ist in Deutschland Marktführer im Executive Search und im HR-Management und gehört zu den führenden Managementberatungen. Mit seinem integrierten Beratungsansatz begleitet Kienbaum Unternehmen aus den wesentlichen Wirtschaftssektoren bei ihren Veränderungsprozessen von der Konzeption bis zur Umsetzung. Kienbaum verbindet ausgewiesene Personalkompetenz mit tiefem Wissen in Strategie, Organisation und Kommunikation.
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