Asset Management

Aktuelle Entwicklungen

Bevor die Finanz- und Immobilienkrise die Märkte erschütterte, zeigten die Börsen über nahezu vier Jahre eine in der Grundtendenz positive Wertentwicklung. In diesem Zeitraum konnte nicht nur der Fondsmarkt eindrucksvolle Zuwächse aufweisen. Auch der Markt derivativer Kapitalmarktinstrumente gewann deutlich an Bedeutung und Volumen.

So ist weltweit das gehandelte Derivatevolumen von rund zehn Billionen US-Dollar im Jahr 1990 auf circa 160 Billionen US-Dollar im Jahr 2006 gewachsen. Bis 2012 soll sich laut Prognosen das gehandelte Derivatevolumen von dem aktuell hohen Niveau nochmals auf circa 340 Billionen US-Dollar verdoppeln.

Neben diesem Trend sind für den deutschen Markt folgende relevanten Entwicklungen zu beobachten:

  • Börsengehandelte Indexfonds (passive ETFs) werden an Bedeutung gewinnen. Der aktuell niedrige Marktanteil von circa  fünf Prozent wird sich in den kommenden Jahren in den zweistelligen Bereich ausweiten
  • Mit dieser wachsenden Bedeutung von indexbasierten Produkten, welche die Wertentwicklung des Marktes abbilden (Beta Performance) werden Investmentgesellschaften verstärkt bemüht sein, sich mit Alpha-Produkten zu positionieren, die nachhaltig besser performen als der Markt
  • Sachinvestments in den Bereichen Agrar, Forst, Immobilien oder Infrastruktur werden insbesondere bei institutionellen Investoren einen steigenden Anteil im Portfolio einnehmen
  • Die europäische MiFid-Richtlinie wird die Produkt- und Preistransparenz für die Endkunden bei Fonds und Zertifikaten erhöhen
  • Ausgabeaufschläge werden weiter sinken und Bestandsprovisionen zunehmen, wobei Emittenten und Vertriebskanäle den Kundennutzen wegen der MiFid-Richtlinie deutlicher herausstellen werden
  • Die zum 1. Januar 2009 geltende Abgeltungssteuer wird positiv auf die Relevanz kapitalgarantierter Produkte wirken
  • Der Fondsstandort Deutschland wird durch die vereinfachten gesetzlichen Rahmenbedingungen zur Auflage von Fonds wieder stärker in den Wettstreit mit dem Standort Luxemburg treten können
  • Unabhängige Vermögensverwalter (IFAs) werden nach wie vor als Absatzkanal für Fonds und Zertifikate an Bedeutung gewinnen
  • Im Bereich der Abwicklung muss der hohe Anteil nicht automatisierter Prozesse weiter reduziert werden. So besteht zum Beispiel beim Fondskauf und –verkauf an der Schnittstelle der Vertriebskanäle bzw. Transaktionsbanken zu den Fondsgesellschaften großes Optimierungspotential
  • Die Abwicklungsprozesse werden auch im Hinblick auf die weitere europäische Harmonisierung weiter standardisiert

Beratungsleistungen/Themen

Im Asset Management berät Kienbaum Management Consultants Kunden in Fragen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ausgewählte Themen sind:

  • Beurteilung der Attraktivität und des Absatz-/Ertragspotentials von Asset Management Märkten
  • Entwicklung von Investmentproduktstrategien und –konzepten
  • Pricing Strategien für verschiedene Zielgruppen
  • Beurteilung von Investmentprozessen
  • Vertriebsstrategien in den verschiedenen Absatzkanälen
  • Kooperationspartnerstrategien (zum Beispiel bei der Markterschließung beziehungsweise -bearbeitung oder in den Middle-/Back Office Prozessen)
  • Servicequalität in der Vertriebspartnerbetreuung
  • Optimierung der Abwicklungsprozesse
  • Gesamtbechmarking von Investmentgesellschaften

Projektbeispiele

Projektbeispiel 1: Europastrategie einer führenden deutschen Investmentgesellschaft

Ausgangssituation:
Die Investmentgesellschaft wollte ihre Geschäftsaktivitäten in ausgewählte europäische Märkte ausdehnen. Für die strategische Entscheidung wurde einerseits eine Bewertung der vorab eingegrenzten potentiellen Zielmärkte benötigt. Andererseits sollte geprüft werden, inwieweit der Markteintritt mit einem Kooperationspartner sinnvoll ist.

Beratungsansatz:
Untersucht wurden zehn relevante europäische Investmentmärkte jeweils getrennt nach dem Retail und dem institutionellen Geschäft. Nach dem Vergleich der Zielmärkte untereinander wurden für die drei priorisierten Zielmärkte unterschiedliche Optionen des Markteintritts beschrieben und bewertet.

Projektergebnisse:

  • Entwicklung und Bewertung alternativer Kooperationsmodelle für mögliche Partner in den drei priorisierten Zielmärkten
  • Due Diligence potentieller Partner entlang der Wertschöpfungskette im Asset Management sowie erstellte Stärken-Schwächen Profile
  • Business Case je Zielland und präferiertem Kooperationspartner
  • Vorgehensmodell zum Management der Kooperationsbeziehungen


Projektbeispiel 2: Gesamtbenchmarking einer Kapitalanlagegesellschaft (KAG)

Ausgangssituation:
Die Kapitalanlagegesellschaft (KAG) erwirtschaftete mit ihren Aktienfonds eine unterdurchschnittliche Performance, während die Rentenfonds die Marktbenchmark schlugen. Vor dem Hintergrund dieser Situation wünschten sowohl die Eigentümer der KAG als auch deren Geschäftsführung einen umfassenden Vergleich mit Wettbewerbern mit folgenden Zielen:

  • Benchmarking mit ausgewählten Unternehmen im Asset Management von Spezial- und Publikumsfonds 
  • Identifikation von Stärken und Schwächen im Markt- und Wettbewerbsvergleich
  • Ableitung von operativen Handlungsempfehlungen und einem Aktionsplan zur nachhaltigen Sicherung der Markt- und Wettbewerbsfähigkeit

Beratungsansatz:
Es wurde sowohl ein strategisches als auch ein operatives Benchmarking mit knapp 60 Investmentgesellschaften durchgeführt. Das strategische Benchmarking umfasste neben der Analyse quantitativer Key Performance Indikatoren (beispielsweise Aufwands-Gewinn Relation, operativer Gewinn) folgende übergeordnete Fragestellungen:

  • Wie ist die Gesamtprofitabilität der KAG im Wettbewerbsumfeld einzuschätzen? 
  • Welche Stärken / Schwächen existieren gegenüber anderen in- und ausländischen Anbietern unterschiedlicher Größe?
  • Welche Ableitungen lassen sich aus der Positionierung der KAG treffen?

Das operative Benchmarking wurde in den Bereichen Research, Portfoliomanagement, Marketing/Vertrieb sowie Fondsadministration/Reporting und in den Querschnittsfunktionen wie zum Beispiel Personalmanagement durchgeführt.

Projektergebnisse:

  • Stärken-Schwächen Profil der KAG für 25 strategische und circa 125 operative Kriterien, wobei die KAG jeweils ihre Position im Vergleich zu den besten beziehungsweise schlechtesten Gesellschaften des Benchmarkuniversums sah
  • Erstellung eines priorisierten Handlungsportfolios


Projektbeispiel 3: Strategische Due Dilligence bei einer Fondsgesellschaft

Ausgangssituation:
Es bestanden seitens des Aufsichtsrates einer großen deutschen Fondsgesellschaft Überlegungen, diese an einen präferierten Partner zu verkaufen. Im Auftrag dieses präferierten Partners wurde die potentiell zur Veräußerung anstehende Fondsgesellschaft strategisch analysiert und bewertet.

Beratungsansatz:
Nach Aufnahme der Ist-Situation wurden sowohl aus Sicht des präferierten Partners als auch aus Sicht des Verkaufsobjektes die Risiken eines Verkaufs an einen Dritten ermittelt. In einem zweiten Schritt wurden auf Basis der strategischen Kompetenzprofile der beiden Institute die Synergien in den Bereichen Investmentansatz, Produktportfolio sowie Marke qualitativ bewertet und mit Hilfe von drei Szenarien zur Geschäftsentwicklung mögliche Ertrags- und Kostensynergien errechnet.

Projektergebnisse:

  • Auswirkungen auf den Unternehmenswert der Muttergesellschaften in den gerechneten Marktszenarien
  • Kurzbewertung möglicher Transaktionsstrukturen
  • Bewertung alternativer organisatorischer Modelle


Projektbeispiel 4: Optimierung der Massenprozesse bei einem Anbieter geschlossener Fonds

Ausgangssituation:
Nach einem hohen Wachstum sah sich das Unternehmen ineffizienten Massenprozessen und einer nicht zukunftsfähigen Organisationsstruktur gegenüber. Aufgabe des Projektes war es, die bestehenden Prozesse zu optimieren, diese in einer Prozessdokumentation abzubilden und eine angepasste Organisationsstruktur zu entwickeln.

Beratungsansatz:
Das Team von Kienbaum Management Consultants

  • dokumentierte die Ist-Prozesse mittels Dokumenten- und Prozessanalysen sowie Livemapping-Workshops
  • erarbeitete Maßnahmen zur Optimierung der Massenprozesse und formulierte daraus ein Optimierungskonzept
  • erarbeitete eine den Massenprozessen und dem Unternehmen angepasste Organisationsstruktur
  • konzipierte unter Berücksichtigung vorhandener Ressourcen ein Realisationskonzept

Projektergebnisse:

  • Identifikation von „Quick-Wins“ durch schnell zu realisierende Optimierungspotenziale
  • Dokumentation der Ist- und Soll-Prozesse, hinterlegt mit Checklisten für sämtliche Prozesse
  • Optimierung der Soll-Prozesse (Standardisierung der Prozesse, Automatisierung und so weiter)
  • Zukunftsfähige Organisationsstruktur